Lichterzauber 2017: Verzauberte Obere Stadt bezaubert viele Besucher

Die zweite Auflage von Lichterzauber hatte gute Voraussetzungen. Als Partnerveranstaltung zum neuen Straßen!Zauber!Festival in der Weilheimer Innenstadt wurden viele Besucher erwartet und: sogar das Wetter spielte diesmal mit.

Punkt 20:00 erleuchteten hunderte Facheln und Lichtdosen der Wachsmanufaktur aus Herzogsägmühle die Obere Stadt in Weilheim. Mein motiviertes Team hatte so viel Spaß am Entzünden, dass mir selbst nur die Rolle des staunenden Betrachters zukam. Ich konnte beobachten, wie sich der laute, hektische und dichte Freitagnachmittagsverkehr in dem Moment veränderte, als die Illumination begann. Menschen mit Einkaufstaschen blieben stehen, Kinder verselbstständigten sich am Stadtbach und die Autos verlangsamten sich. So als hätte jemand am Geschwindigkeitsregler gedreht: Sinnlichkeit, Achtsamkeit, Verträumtheit war in das historische Ensemble links und rechts des Stadtbachs eingezogen. An einem improvisierten Biertisch verkauften (und verschenkten) Nicolai und Noel die Lichtersets mit Lichttüten und Teelichtern. Die Besucher reihten ihre Kerzen in die Fackelreihe links und rechts des Stadtbachs ein und bewegten sich in Richtung Kneippanlage zur Wunschfee.

Es waren an die 150 Wasserlaternen, 200 Fackeln und 60 Lichtdosen, sowie unzählige Lichttüten mit Teelichtern, welche die Obere Stadt verzauberten.

Alle guten Wünsche schwimmen leuchtend zur Erfüllung

Kurz nach 21:00 begann die Wunschzeremonie an der Kneippanlage vor dem Trachtenhaus. Der Andrang war so groß, dass sich bereits eine kleine Menschentraube am Stand mit den Wasserlaternen gebildet hatte. Dort waren Irene und Eliza mit dem Kerzenverkauf und den Wunschzetteln voll beschäftigt. Für stimmungsvolle musikalische Atmosphäre sorgten Taro Oxa Tiki Axo und weitere Musiker mit Flöte, Didgeridoo, Steelpan, Percussion und Akkordeon. An der Kneipptreppe stand Wunschfee Lilith Jappe, um die Wünsche zu bekräftigen und die Laternen ins Wasser zu setzen. Lilith war mit aller Achtsamkeit und Klarheit so in ihrem Element, dass es eine wahre Freude war diesem Ritual zu zusehen.

Ich blickte in glänzende Kinderaugen, die mich an ein Weihnachten erinnerten, das es im heute üblichen Konsumrausch so nicht mehr zu geben scheint. Die Kerzen wurden von Leo (“Der Flößer”) aufmerksam so in den Strom geführt, dass Umstürze und Kollisionen vermieden wurden. An dem kurzen Stück, wo der Stadtbach unterirdisch unter der Straße durchführt, ereignete sich immer wieder das selbe Schauspiel: War die Kerze “untergetaucht” eilten Menschen – ob Kinder oder Erwachsene – zur anderen Seite, um ja nicht den Moment des Wiederauftauchens zu verpassen. Überall auf den Brücken standen Besucher und beobachteten –  nicht mehr und nicht weniger. Jeder trug auf seine Weise zu einer verzauberten  Atmosphäre in der Oberen Stadt bei.

Die gestalterische Planung und organisatorische Leitung lag bei mir, doch ohne so viel Unterstützung von allen Seiten wäre der Lichterzauber nicht möglich. So danke ich besonders den vielen Oberstadtlern Geschäften und Unternehmern, die mit ihrer Spende das Kerzenmaterial finanzieren, der Standortbeauftragten der Stadt Weilheim, Jutta Liebmann, die immer wieder Steine aus dem Weg räumte, den Stadtwerken unter Vorstand Peter Müller, die den Bach entschärften und das Mühlrad bewachten, der Gemeinwohl zertifizierten Wachsmanufaktur aus Herzogsägmühle und unserem Team, das voller Engagement immer den Überblick behielt.